Der Schanzberg bei Oberwiesenacker

Topographisch herausragende Positionen waren schon seit jeher gesuchte Standorte für Befestigungen. Die markantesten Beispiele sind die mittelalterlichen Ritterburgen. Weniger auffällig sind in der Regel ihre Vorgängerbauten, die Burgställe, die gerade in der Frankenalb häufig vorkommen, so auch am Kalvariberg bei Unterwiesenacker, gegenüber dem Schanzberg. Wallanlagen aus vorrömischer Zeit sind auf dem Jura ebenfalls keine seltene Erscheinung und weisen auf eine relativ dichte Besiedlung dieses Raumes über einen großen Zeitraum hinweg. Zu den wichtigsten und größten keltischen Wallanlagen zählen die Heuneburg über der oberen Donau bei Sigmaringen am Südrand der Schwäbischen Alb, die Gelbe Burg auf dem Hahnenkamm, am Albtrauf südlich von Gunzenhausen, oder der Michelsberg, das keltische Alkimoenis, zwischen Donau und Altmühl oberhalb von Kelheim.

Die Wallanlage bei Oberwiesenacker steht ebenfalls auf einem, das Umland überragenden Standort, mit weitem Blick über das obere Tal der Schwarzen Laber, das sicherlich als wichtiges Durch- zugsgebiet anzusehen ist.

Auch aus landschaftsgeschichtlicher Sicht steht diese Anlage an interessanter Stelle.Von hier aus sind die drei großen geologischen Formationen der Jura-Zeit zu erkennen. Die Laaber fließt unten im Tale auf der stauenden Schicht des Opalinustons, der als älteste Schicht des Braunen Juras (Dogger Alpha), den Schwarzen Jura (Lias, auch Unterer Jura) vom Braunen Jura(Dogger, auch Mittlerer Jura) trennt. Die typischen ockergelb gefärbten Eisensandsteine des Dogger Beta bilden die unteren Hangpartien des Laabertals. In sie sind vielerorts die bekannten Felsenkeller eingehauen, so unterhalb dem Schanzberg bei bei Oberwiesenacker oder auch in der Nähe von Dietkirchen. Die Kalksteine des Weißen Jura (Malm, auch Oberer Jura) bilden die höchsten Partien des Raumes, oft mit bizarren Felsen. Ein sehr interessantes Felsgebilde ist auf der Oberfläche des Schanzberges entstanden.

Zwei weitere, geographisch wichtige Übergangsbereiche sind hier im Blickfeld: der Übergang zwischen dem Seichten zum Tiefen Karst sowie die europäische Wasserscheide, mit der zur Donau und damit zum Schwarzen Meer fließenden Schwarzen Laaber und der Lauterach sowie den vielen Quellflüssen der Schwarzach, die über Regnitz, Main und Rhein zur Nordsee fließen.