Geschichte

Die Burgruine liegt auf dem östlich der Stadt aufragenden Schloss- oder Burgberg auf einer Höhe von 621,5 Meter N.N. Zu sehen sind der auf zwölf Meter Höhe wieder hergstellte Bergfried, die nördliche Ringmauer in durchgehender Länge und Mauerteile auf der Ost- und Westseite. Die nahezu dreieckige Anlage misst in der Ausdehnung Nord-Süd 60 Meter, Ost-West 48 Meter.

Von der ehemaligen Burg, die 1117 erstmals genannt wird, gibt es keine Baunachrichten. Die stellenweise noch erhaltene Mauertechnik weist auf die spätromanische Zeit hin.

Erste Burgherren waren die Velburger, die 1110 - 1117 als Edle erscheinen und ab Mitte des 12. Jahrhunderts als Grafen von Velburg genannt werden. Letzter Besitzer der Velburg war Graf Ulrich von Velburg und Clam, dessen Großvater, Graf Hermann von Velburg, die Tochter Adelheid Walchuns von Machland-Clam in Österreich geheiratet hatte. Graf Ulrich, der 1217 nach Palästina reiste, fand 1218 in Ägypten den Tod. Mit ihm, dessen Ehe kinderlos geblieben war, starb das Geschlecht der Grafen von Velburg aus. Die Burg fiel an das Herzogtum Bayern. In der Folgezeit kam es zu häufigen Verpfändungen und Besitzerwechseln, die Verwaltung der Burg erfolgte durch herzogliche Richter oder Pfleger.

Um 1450 brannte die Burg ab, wurde aber wieder vollständig hergestellt.

Durch den Kölner Spruch 1505, der den bayerischen Erbfolgekrieg beendete, kam die Burg mit der inzwischen am Fuße des Burgberges entsandenen Stadt an das neugeschaffene Fürstentum Pfalz-Neuburg. 1507 wurde der Ritter Georg Wispeck für hervorragende Dienste im Erbfolgekrieg mit der Burg und Herrschaft Velburg belohnt. Nach dem Aussterben des Geschlechtes Wispeck 1574 Rückfall von Burg und Stadt an Pfalz-Neuburg. Bald danach siedelten die mit der Verwaltung betrauten Pfleger von der Burg in das von Hans Adam Wispeck in der Stadt erbaute Pflegehaus über, die Burg blieb unbewohnt.

Bei der Einnahme der Burg im Dreißigjährigen Krieg durch General Haßwerth 1633 wurde die Burg leicht beschädigt, jedoch nicht mehr instandgesetzt. Deren schnellen Verfall leitete die eigenmächtige  Abtragung der Dächer durch den Pfleger Valentin Praun (1644-1650) ein. Auch die Schlosskapelle, dem Hl. Pankraz geweiht, verfiel. Der aus der Kapelle geborgene schöne Altar steht heute in der Friedhofkirche St. Anna.

1717-1721 wurden die Steine der Burg zur Erweiterung der Pfarrkirche verwendet und in der Folgezeit für den Bau von Privathäusern, nachdem hierzu mit "landesherrlichem Consens" die Erlaubnis erteilt wurde. 1793 erkaufte die Stadt Velburg die Burgruine und das Areal des öden Schlossberges im Ausmaße von 17 Hektar um 450 Gulden von der churfürstlichen Landesdirektion Neuburg.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts gab es viele, leider erfolglose, Ansätze zur Sicherung und Erhaltung noch vorhandener Ruinenteile. Erst in den Jahren 1980 - 1986 erfolgte in einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion die Sicherung der Ruine in heutiger Form. Dabei wurde der fast verfallene Bergfried auf zwölf Meter Höhe wieder hergestellt und dient jetzt als vielbesuchter Aussichtspunkt. Weitere Mauersicherungen und teilweise Wiederherstellungen erfolgten in den Jahren 2003 - 2009.