Geschichte

Geschichte:

Die keltische Ringwallanlage bei Unterwiesenacker (Schanz) und Grabfunde aus der frühen Eisenzeit deuten auf eine frühe Besiedelung dieser Gegend. Nach Prof. Bacherler erfolgte die Gründung der Siedlungen der jetzigen Gemeinde Oberwiesenacker im 7. -8. Jahrhundert durch Wese (Wiesenacker), Wico (Weickenhof), Hilt (Hilzhofen) und Heribert (Habertshofen). Erstmals wurde sie im Jahre 1159 urkundlich erwähnt.

Von ehemaligen Burgen bei Unterwiesenacker, Habsberg und auf der Lützelburg sind kaum noch Reste vorhanden, von Bedeutung ist lediglich die Rokokokirche auf dem Habsberg.

Die städtebauliche Grundform sämtlicher Ortsteile ist das Haufendorf, welches noch heute für deren Erscheinungsbilder bestimmend ist. Daran sollte für den Ortsteil Oberwiesenacker die Ausweisung eines 1,3 ha großen allgemeinen Wohngebietes im Jahre 1971 nichts ändern.

Von 1958 - 1973 befand sich im Ort eine zweiklassige Volksschule, die im Zuge der Schulreform aufgelöst wurde. Heute gehören die Ortsteile Ober- und Unterwiesenacker sowie Ober- und Unterweickenhof dem Schulverband Velburg, die Ortsteile Hilzhofen und Habertshofen dem Verband Pilsach an. Das leerstehende Schulhaus wurde zu einem Kindergarten umgebaut.

Im Gebiet von Wiesenacker läßt sich eine Konzentration historischer Bodendenkmäler feststellen: Im "Reisling" liegt ein bronzezeitliches Gräberfeld, auf der "Lützelburg" befindet sich ein Ringwall, wahrscheinlich eine frühgeschichtliche Fliehburg. Über dem Ort Unterwiesenacker breitet sich weithin sichtbar der Ringwall des "Schanzberg" aus (ein frühgeschichtlicher Herrensitz?) und darunter im Tal der Burgstall "Hofberg". Allein diese Denkmäler bezeugen eine Besiedlung von 1200 v.Chr. bis ins Hochmittelalter, also zweieinhalb Jahrtausende.

Das Land um den Habsberg war unter dem Herzog Tassilo III. (748-788) zugehörig zum Königshof Lauterhofen. Mit diesem wurde es ab 788 fränkisches Reichsgut und später Teil der Grafschaft Kastl. Graf Friedrich von Kastl-Habsberg war einer der drei Stifter des Klosters Kastl. Als sein Sohn Otto, Graf von Habsberg, 1108 ohne Erben starb, fiel sein Besitz als Reichsgut an den deutschen König Heinrich V., der es seiner Schwester Agnes übertrug, die es dann in 2. Ehe ihrem Gemahl, dem Babenberger Markgrafen Leopold von Österreich, zubrachte. Dessen Sohn Heinrich 'Jasomirgott' schenkte den "Habesperc" 1159 mit allen Zugehörungen dem Kloster Kastl.

Der Burgstall "Hofberg", auch "alte Kirche" genannt, weil sich bis ins 19. Jh. dort eine kleine Kapelle befand, war ursprünglich Sitz von Ministerialen des Ostmarkgrafen. Als erster tritt ein Adelvolch de Wesenaer' auf. Nach dem Aussterben der Kastler Grafen erbten die Hirschberger diesen Besitz. Als deren Vasall wird ein Ulrich von Wesenacker genannt, als er mit seinem Verwandten Seyfrid Schweppermann 1295 dem Katharinenhospital zu Regensburg ein Gut zu Nattershofen schenkt. Der mitbeteiligte Friedrich von Wesenacker dürfte ein Sohn des Spenders gewesen sein. Als im Jahre 1305 die Grafen von Hirschberg ausstarben, übernahmen die Ehrenfelser auf Helfenberg die Güter um den Habsberg. Für die Zeit ab 1305 werden als Wiesenacker aufgeführt: Ulrich von Wiesenacker (1334), Walther v.W. (1329), Konrad der Wesenachrär (1343), Rudiger (1346), Albrecht Walther (1420), der im Zweikampf getötet worden sein soll. Für ihn wurde bei dem Dorf Raitenbuch b. Hohenfels eine Gedenksäule errichtet.