Ronsolden

Die Quellen, die über Ronsolden Auskunft geben können, über seine Entstehung, sein Wachsen und Entwickeln sind recht dürftig. Das hängt damit zusammen, dass der Ort nie besonders groß war und keine zentrale oder sonst irgendwie vorteilhafte Lage besaß. So erlangte er nie eine eigenständige regionale oder überregionale Bedeutung, sondern gehörte meist, bis auf die Zeit der eigenständigen Gemeinde Ronsolden, zum Herrschaftsbereich von Adelsgeschlechtern oder der Herrschaft Velburg.

Trotzdem ist es interessant in der Geschichte eines kleinen Dörfchens, etwas nachzuforschen. So wird versucht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Licht in das Dunkel der Ronsoldener Geschichte zu bringen.

Das Schicksal Ronsoldens ist zunächst eng mit der Geschichte der Adelsburg über Hollerstetten und dem der Pfarrei Klapfenberg verbunden, zu denen unser Ort hoheitsrechtlich lange gehörte. Es hat allem Anschein nach hier nie ein Adelsgeschlecht gegeben, aber auswärtige Ministerale und Klöster sowie Kirchenstiftungen besaßen Höfe und Güter, worüber Urkunden Auskunft geben. Die ortsansässigen entrichteten den Zehent (Abgaben/Steuern/Pacht) meist nach Velburg oder Oberweiling, worüber Urkunden vorhanden sind.

Im folgenden wird versucht einige Ereignisse aufzuführen, womit die Existenz Ronsoldens in früher Zeit belegt wird.

Ausgrabungen in der Ronsoldener Flur, die von H. Scheidemandel aus Parsberg in den Jahren 1885 und 1887 durchgeführt wurden, belegen, dass Ronsolden bereits in der Bronzezeit, also zwischen 1800 - 850 vor Christus besiedelt war.

In den Annalen, der historischen Jahrbücher, der Diözese Eichstätt, wird die erste Kirche in Ronsolden bereits um 1200 datiert.

Die erste urkundliche Erwähnung findet unser Ort 1285 im sogenannten Wittelsbacher Urbar, einem Güterverzeichnis. Darin wird ein Lehen in "Rumsolden" genannt, das zum Amt Lutzmannstein zwei Metzen Vogthafer (als Pacht) gab.

1325 wird in der Güterbeschreibung des Klosters Kastl ein Gut in Ronsolden aufgeführt.

Am 20.07.1344 verkauft die Priorin Elsbeth des Predigerordens zum Heiligen Kreuze in Regensburg ihr "Eigen zu Ronsolden" an "Unsere liebe Frau zu Oberweiling" (Kirchenstiftung). In der Urkunde wird sogar der Grund vermerkt, nämlich, dass das Gut seit 50 Jahren kein Gült mehr ertragen habe, wahrscheinlich also nicht bewirtschaftet war.

1352 verkauften Anselm und Heinrich von Klapfenberg, die ein Eigengut in Ronsolden besaßen, den Ertrag an die Kirche in Oberweiling.

Am 17.05.1411 verkauft ein Hans Plab aus Parsberg sein Gut zu Ronsolden ebenfalls an die Kirche zu Oberweiling.

Am 23.03.1419 verleihen die Verwalter der Liebfrauenkirche zu Weiling dem "bescheidenen Mann Dietel, dem Bauern zu Ronsolden als Erbrecht" die beiden vorher genannten Eigen.

Am 25.02.1472 Haug von Parsberg verkauft die Pfarrei Klapfenberg und damit auch die Orte Ronsolden, Pathal und Freudenricht an die Herrschaft Velburg.

1473 Georg Schechs aus Ronsolden wird mit anderen Männern beauftragt, die Steuern auf dem Velburger Lande - (also nicht in der Stadt) einzutreiben. Ronsolden ist als Steuerort aufgeführt, die Steuerpflichtigen sind in Listen namentlich aufgeführt und nachzulesen. Ronsolden leistet als Steuer den Gegenwert von 3 Pferden und 2 Schweinen.

1477 Weitere Bewohner von Ronsolden werden zur Adelssteuer veranlagt.

1480 Der Bauer Peter Rupl aus Ronsolden wird von der Pfarrei Oberweiling vor dem Pfleger in Velburg verklagt. Er wird verpflichtet, seinen Zinszahlungen nachzukommen.

1493 Das Kloster Waldeibach stellt für seinen Hof in Ronsolden einen Erbbrief aus.

Zu den Besitzverhältnissen in Ronsolden zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird im Historischen 'Atlas von Bayern, Teil Parsberg folgendes festgestellt:
In Ronsolden finden wir eine ähnliche Besitzaufsplitterung wie in anderen Dörfern dieses Bereiches. Neben den vorher erwähnten Gütern und Höfen, besaßen ein Neumarkter und ein Velburger Bürger je ein Gut, zwei Güter gehörten zur Kirche Ronsolden, ein Gut zur Messe Velburg; im 16. Jahrhundert gehörten außerdem ein Hof und vier Güter zur Herrschaft Velburg.

1719 Die Kirche zu Ronsolden erhält ihre jetzige Form. Dabei wird anstelle der romanischen Apsis ein langestreckter Chor gebaut. Ein neuer Altar wird gekauft, der auch jetzt noch unsere Kirche schmückt.

1808 wird Ronsolden mit den Ortschaften Pathal und Freudenricht zu einem eigenen Steuerdistrikt zusammengafasst.

1820 etwa wird die Gemeinde Ronsolden als Folge der Montgelas`schen Verwaltungsreform aus den Orten Raisch, Pathal, Freudenricht und Ronsolden gebildet.

Um 1830 wird Klapfenberg der Gemeinde Ronsolden zugeteilt.

1885/87 werden in Ronsolden von H. Scheidemantel aus Parsberg umfangreiche Ausgrabungen in den Ronsoldener Fluren durchgeführt.

1946 wird die Ortschaft Rasch in die Gemeinde Hörmannsdorf umgemeldet.

1947 erhält Ronsolden den elektrischen Strom.

1960 wird Ronsolden an die Hörmannsdorfer Wasserversorgung angeschlossen.

1966 Primiz von Pater Leo Eichenseer in Freudenricht, bei einem Unfall in Bolivien wird er getötet.

1968 Durchführung der Flurbereinigung

1971 Installation der Straßenbeleuchtung

1972 Die politische Gemeinde Ronsolden wird aufgelöst, Ronsolden, Pathal und Freudenricht werden nach Velburg eingemeindet, der Rest nach Parsberg. Letzter Bürgermeister ist der Pathaler Bauer Wendelin Zucker.

1981 Einrichtung des elektrischen Geläutes.

1990 Außenrenovierung der Kirche

1991 100-jähriges Feuerwehrfest der FFW Ronsolden mit Fahnenweihe.